Unsere Glaubenssätze erkennen – Teil 2

Kleine Anmerkung: Weil ich in meinen Blogposts zu einem ehrlichen und persönlichen Nachdenken einladen möchte, verwende ich ein freundlich und respektvoll gemeintes “Du”.

Letzte Woche habe ich dir eine Möglichkeit gezeigt, mit deinen negativen Glaubenssätzen zu arbeiten. Ich glaube, dass es für uns sehr hilfreich sein kann, zu erkennen, wo wir uns selbst begrenzen – und gleichzeitig kann die Auseinandersetzung damit zuweilen auch beschwerlich sein. Deshalb möchte ich dich heute herzlich dazu einladen, auch einmal einen Blick auf das zu werfen, was dich stärkt und ermutigt.

In der Regel hat jede/r von uns manches über sich gelernt, was ihm bzw. ihr in der Gegenwart nicht mehr wirklich dient. Fast alle von uns sind jedoch auch Menschen begegnet, die uns auf die eine oder andere Weise ermutigt und unterstützt haben und die unsere Besonderheiten erkennen und wertschätzen konnten. Solche Begegnungen können uns wesentlich dabei helfen, positive Glaubenssätze zu entwickeln, indem wir lernen: “Ich bin liebenswert, auch wenn ich einmal einen Fehler mache.” oder “Ich bin stärker, als ich denke.”

Ich glaube, dass jeder von uns in seinem Leben auch solche bestärkenden Erfahrungen macht. Oft neigen wir jedoch dazu, unseren negativen Erfahrungen mehr Gewicht zu verleihen. Wir erinnern uns dann immer wieder an Momente, in denen wir uns gekränkt oder gedemütigt gefühlt haben und denken seltener an Zuspruch und Bestärkung, die wir ebenfalls erfahren haben. Unser Denken neigt oft dazu, sich an negativen Erinnerungen “festzubeißen”: Zum einen, weil wir glauben, durch unser Grübeln auch nachträglich noch Lösungen und Erklärungen schaffen zu können, zum anderen, weil wir im Laufe der Evolution gelernt haben, unangenehmen und damit potentiell gefährlichen Erfahrungen höhere Aufmerksamkeit zu schenken. Auf diese Weise kann es jedoch dazu kommen, dass unsere Wahrnehmung regelrecht verzerrt wird: Wir nehmen übergroß wahr, was sich schlecht anfühlt, und übersehen die Liebe und Unterstützung, die uns tatsächlich entgegengebracht wird.

Wenn uns das bewusst wird, können wir uns jedoch dazu entscheiden, unseren Fokus neu auszurichten und unsere Aufmerksamkeit nicht länger denen zu schenken, die uns kleinhalten, sondern unsere Wahrnehmung für all jene Menschen und Erfahrungen zu öffnen, die uns stärken und unterstützen.  Wenn du möchtest, kannst du dich deshalb fragen:

Was sind drei Menschen in meinem Leben, von denen ich mich unterstützt, ermutigt und wertgeschätzt gefühlt habe? Das müssen nicht unbedingt deine Eltern oder andere Verwandte sein – vielleicht hattest du ja auch eine nette Lehrerin oder einen guten Freund, auf den diese Beschreibung passt.

Welche Botschaft hätten diese drei Menschen wohl für mich, wenn ich sie direkt fragen könnte? Diese Botschaften kannst du dir aufschreiben und dabei ganz bewusst das gute Gefühl wahrnehmen, das sie in dir auslösen.

Wenn du dich das nächste Mal traurig oder mutlos fühlst, dann kannst du dir diese bekräftigenden Botschaften und die Menschen, die an dich glauben und sich wünschen, dass es dir gut geht, ganz bewusst in Erinnerung rufen.

Ich wünsche dir viel Freude beim Wiederentdecken dieser stärkenden Erlebnisse deiner Lebensreise.

Deine Anne

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